Suchterkrankungen bleiben eine gesellschaftliche Herausforderung. Langfristig tragfähige Unterstützungsangebote sind neben den ambulanten Unterstützungsangeboten hochrelevant. Wenn eine Suchterkrankung dauerhaft die gesellschaftliche Teilhabe beeinträchtigt, können Leistungen der Eingliederungshilfe ansetzen und individuell notwendige Unterstützung ermöglichen.
Auf dem Vierseithof im Fläming sind Wohnen, fachliche Begleitung und Tagesstruktur eng miteinander verbunden. Garten und Tiere, Holzwerkstatt und Außenarbeiten, Hauswirtschaft und Trainingsküche gehören ebenso zum Alltag wie Gesprächsangebote, Gedächtnis- und Motoriktraining oder die Auseinandersetzung mit Budget und Kommunikation. Entscheidend ist nicht Beschäftigung um ihrer selbst willen. Ziel ist es, Fähigkeiten zu erhalten, Selbstständigkeit zu stärken und verlässliche Beziehungen zu ermöglichen. Wenn es fachlich möglich und persönlich gewünscht ist, werden Menschen auch langfristig bis ins Alter und bis zum Lebensende durch qualifizierte Fachkräfte begleitet. Die fachliche Ausrichtung auf einen suchtmittelfreien Lebensraum, individuelle Unterstützung und einen klar strukturierten Alltag beschreibt auch das heutige Einrichtungskonzept.
„Wir reduzieren keinen Menschen auf seine Suchterkrankung. Wir schauen darauf, was jemand kann, was ihm Sicherheit gibt und welche Unterstützung er braucht, um seinen Alltag möglichst eigenständig zu gestalten. Dass HOF GERHARD seit 25 Jahren für viele Menschen nicht nur eine Einrichtung, sondern ein Zuhause ist, bedeutet uns sehr viel – und verpflichtet uns für die Zukunft“, sagt Einrichtungsleiterin Nicole Arndt.
Das Jubiläum wird bewusst in einem kleinen, persönlichen Rahmen gemeinsam mit Menschen, die hier leben, ihren Angehörigen und Betreuern gefeiert: Mit einer Fotoschau aus 25 Jahren, selbst hergestellten Produkten vom HOF GERHARD und einem abwechslungsreichen Programm. Dabei steht nicht die große Feier im Mittelpunkt, sondern das, was diesen Ort seit 2001 trägt: verlässliche Beziehungen, fachliche Begleitung und ein Alltag, in dem Teilhabe konkret werden kann.