23.06.2020 | DRK-Kreisverband

Rotkreuz-Museum erwirbt Briefkonvolut eines Stalag-Gefangenen

Französische Kriegsgefangene waren die größte Gruppe im Stalag III A: Etwa 40.000 verbrachten vom Sommer 1940 bis zum Kriegsende 1945 ihre Gefangenschaft im Luckenwalder Lager. Auch waren sie diejenigen, die gegenüber den Gefangenen anderer Nationalitäten weniger streng behandelt wurden.

Einer dieser Kriegsgefangenen, die in Luckenwalde festgehalten wurden, war Jean Adrien Daniel. Das Rotkreuz-Museum konnte vor kurzem eine Sammlung von 52 Briefen erwerben, die Daniel in dieser Zeit von Luckenwalde aus an seine Freundin Jeanne Brun, genannt Jeannette, nach Avignon in Südfrankreich schrieb. Der erste Brief datiert vom Februar 1941, der letzte vom Januar 1945.

Die Briefe geben, soweit es die Zensur erlaubte, einen Einblick in Details von vier Jahren Lagerleben und in die Psyche eines Menschen, der vier Jahre lang nur eingeschränkt und per Brief Kontakt zu Freunden und Familie halten konnte.

Während meistens nur vereinzelte Briefe von Gefangenen erhalten sind, stellt dieses umfangreiche Konvolut eine besondere Quelle für den Alltag im Stalag dar. Im Rotkreuz-Museum ist daran gedacht, demnächst alle Briefe zu erfassen, zu übersetzen und sie Interessierten in einer kleinen Broschüre zugänglich zu machen.

Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch beim Leiter des Rotkreuz-Museums Prof. Dr. Rainer Schlösser unter 0151 1559 1977 oder per Mail: Museum(at)drk-flaeming-spreewald.de.

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